Klosterlandschaft St. Michael – Gegenwart und Zukunft der ehemaligen Immunität St. Michael in Bamberg

Klosterlandschaft St. Michael, Kollage: Felix Lüdicke

Lehrstuhl:  
Lehrstuhl für Landschaftsarchitektur und öffentlichen Raum
Prof. Regine Keller

Laufzeit:
2009-2010

Beteiligte Mitarbeiter:
Prof. Dipl. -Ing. Regine Keller
Dipl. -Ing. Felix Lüdicke (Projektleitung)

Kooperationspartner:
Landesgartenschau Bamberg 2012 GmbH (Auftraggeber)

Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Dr. Hans-Jörg Künast im Auftrag von Univ. Prof. Dr. Achim Hubel und unter  Betreuung von Univ. Prof. Dr. Mark Häberlein

Forschungsziel:
Konzept zur Weiterentwicklung einer historischen Kulturlandschaft in Bamberg zu einem strukturreichen Erholungsraum im Sinne einer nutzbaren Parklandschaft.

Forschungsfragen:
Welche Leitbilder können verfolgt werden, um einen langfristigen Erhalt und eine nachhaltige Weiterentwicklung des gesamten Landschaftsraumes sicherzustellen?
Welche Vorschläge und Strategien für die öffentliche Hand lassen sich in einem Grobkonzept zur weiteren Entwicklung zusammenstellen?
In welcher Weise kann eine Ausstellung während der Landesgartenschau im Jahr 2012 zur Einleitung erster Schritte genutzt werden?

Kurzbeschreibung:
Vorbereitend auf die Landesgartenschau in Bamberg wurde im Jahr 2010 in Zusammenarbeit mit der Otto-Friedrich-Universität in Bamberg das  Forschungsprojekt "Klosterlandschaft St. Michael“ über die Immunität des ehemaligen Klosters St. Michael bearbeitet. Dabei wurde zunächst eine Bestandsaufnahme und Bewertung des Gebietes aus landschaftsarchitektonischer Sicht vorgenommen. Darauf aufbauend wurden Leitbilder für die weitere Entwicklung definiert, planerische Strategien aufgezeigt und gestalterische Vorschläge für die Klosterlandschaft zusammengestellt. Ziel der Überlegungen war die Weiterentwicklung der historischen Kulturlandschaft zu einem strukturreichen Erholungsraum im Sinne einer nutzbaren Parklandschaft. Im Rahmen der  Landesgartenschau 2012 wurden die Ergebnisse in einer Ausstellung in der ehemaligen Orangerie des Klosters präsentiert und einzelne Maßnahmen aus dem Konzept realisiert.

Bestandsanalyse und Entwicklungskonzept

Die Klosterlandschaft St. Michael in Bamberg umfasst das Kerngebiet der Immunität - also die vom Kloster verwalteten Flächen – eines früheren Benediktinerklosters. Dieses Kerngebiet wurde fast 800 Jahre – bis zur Säkularisation – kontinuierlich landwirtschaftlich genutzt. Nach Einschätzung von Historikern stellt es durch zahlreiche Relikte in Form von Bauten und Vegetation eine historische Kulturlandschaft von herausragender Bedeutung dar. In der gewachsenen Stadt ist das Gebiet der Klosterlandschaft heute einer der letzten unbebauten innerstädtischen Räume Bambergs mit großen Entwicklungspotentialen. Allerdings erfährt der Landschaftsraum aufgrund von Schwächen, wie einer mangelnden räumlichen Organisation, den unklaren Grenzen und einem Mangel an atmosphärischen Aufenthaltsorten bisher eine unzureichende Wertschätzung als Grün- und Erholungsraum. Die jahrhundertealte landwirtschaftliche Nutzung hat den Landschaftsraum geprägt, kann jedoch heute wegen der geänderten Rahmenbedingungen nicht mehr als alleiniger Träger der Kulturlandschaft fungieren. Die Besitzerstruktur der ehemaligen Immunität gleicht dem kleinteiligen, inhomogenen Muster eines Flickenteppichs oder „Patchworks“. Dieses Patchwork besteht auch in sozialer Hinsicht, da mit den unterschiedlichen Besitzern auch ganz unterschiedliche Bedürfnisse, Nutzungswünsche und Gestaltungsideen für die Flächen gegeben sind. Das macht ein einheitliches Vorgehen schwierig und der beeindruckende Zusammenhang zwischen dem Kloster und der in Abhängigkeit entstandenen Landschaft droht verloren zu gehen. Zwar gab es in der Vergangenheit immer wieder Planungen und Ansätze für einzelne Bereiche der Klosterlandschaft, im Gesamtzusammenhang wurde der Landschaftsraum dabei aber nicht gesehen.

Forschungsbericht

Im Forschungsbericht „Klosterlandschaft St. Michael – Gegenwart und Zukunft“ wird im ersten Teil zunächst eine Bestandsaufnahme und Bewertung des Gebietes aus landschaftsarchitektonischer Sicht vorgenommen.
Download Teil 1 - Bestandsanalyse

Der zweite Teil widmet sich der Erarbeitung eines Landschaftskonzeptes für die weitere Entwicklung. Dazu werden Leitbilder für die weitere Entwicklung des gesamten Landschaftsraumes definiert und im Weiteren planerische Strategien und gestalterische Vorschläge für die Klosterlandschaft zusammengestellt. Ziel der Überlegungen ist die Weiterentwicklung der historischen Kulturlandschaft zu einem strukturreichen Erholungsraum im Sinne einer nutzbaren Parklandschaft. 
Download Teil 2 - Landschaftskonzept

Im dritten Teil wird die Konzeption für eine Ausstellung während der Landesgartenschau erstellt, die im Jahr 2012 in Bamberg stattfindet. Die Ausstellung wird dabei als Chance gesehen, die Örtlichkeit und Geschichte der Klosterlandschaft in den Fokus der Besucher und der Bamberger zu stellen.

 Der Forschungsbericht kann als gedruckte Broschüre am Lehrstuhl bestellt werden.

Projektdaten

"Klosterlandschaft St. Michael" ist ein gemeinsames Forschungsprojekt über die Immunität des ehemaligen Klosters St. Michael in Bamberg.

Im Auftrag der Landesgartenschau Bamberg 2012 GmbH wurde durch den wissenschaftlichen Mitarbeiter Dipl. Ing. Felix Lüdicke von März 2010 bis März 2011 der Forschungsbericht „Klosterlandschaft St. Michael – Gegenwart und Zukunft“ verfasst. In einem zweiten Teil des Gesamtprojektes arbeitet der Historiker Dr. Hans-Jörg Künast vom Lehrstuhl für Neuere Geschichte (Prof. Dr. Mark Häberlein) der Otto-Friedrich-Universität in Bamberg Archivmaterial wie historische Zinsbücher bezüglich der ehemaligen Nutzungen der Klosterlandschaft auf. 

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