Lehrstuhl LAO

Romantso Cultural Center Athen, Foto: Florian Rüger

Landschaftsarchitektur definiert Freiräume. Dabei ist der sich stets verändernde räumliche, ökologische und gesellschaftlich-kulturelle Kontext einer Stadt, oder der freien Landschaft, Motor für die Mutationen derselben.

Landschaftsarchitekten sind Moderatoren und Gestalter dieser Entwicklungsprozesse. Zusammen mit Architekten, Stadtplanern, Künstlern, Soziologen und Ingenieuren geben Landschaftsarchitekten Antwort auf komplexe Fragestellungen der Stadtentwicklung und der Entwicklung ländlicher Räume. Dabei sind nicht nur gestalterischen Lösungen gefragt. Die sorgfältige Konzeption urbaner Räume, die den aktuellen Erfordernissen des Zusammenlebens entsprechen, steht im Vordergrund. Die ständigen Transformationsprozesse in unserer Lebensumwelt stellen uns vor neue Aufgaben. Die Veränderungen des öffentlichen Raumes durch zunehmende Mobilität, Privatisierung, Medialisierung und einen sozialen Wandel stellen uns vor neue Phänomene. Damit einhergehend ändert sich Wahrnehmung von Stadt und Landschaft permanent. Dieser Wandel ist eigentlich nichts neues, er wiederholt sich regelmäßig und ist  „Beweis für die Lebendigkeit des Denkens, vielleicht der Beweis, dass wir überhaupt lebendig sind und das es weitergeht. In solchen Wenden vollzieht sich die Häutung des Wissens, der Abend und der Morgen der Erkenntnis.“ (Schögel, Karl, Im Raume lesen wir die Zeit, spatial turn, endlich, S.60, München/Wien 2003)

Immer gesichtsloser werdende Innenstädte, der Verlust von Identität durch eine scheinbar globale Idee von Stadt, der Hang zur Uniformierung durch Gestaltungsreglements macht die Lesbarkeit des Authentischen immer schwieriger, scheint es in Frage zu stellen. Gleichzeitig hat unsere Überflutung durch Bilderwelten ein immenses Ausmaß angenommen. Sich dessen nicht mehr erwehren zu können scheint Teil des Konzeptes. Der iconic turn hat trotz der Vielfalt seiner Erscheinungen in seiner Einzelphänomenologie zu einer Simplifikation der Repräsentation von Welt geführt und so fürchten wir die Banalisierung des öffentlichen Raumes als Folge. Gleichzeitig ringt das globale Dorf um das Eigene, das Einzigartige. Steckt hier der Schlüssel für das Überleben der europäischen Stadt?